Pfeilrechts
Knd
Es hat alles damit angefangen, dass im Pfarrhaus der
fünfjährige Knabe immer wieder auf den Klavierhocker
kletterte, um am Flügel Melodien nachzuspielen, die er
gerade gehört hatte. Schnell erkannte man, dass da ein
Talent mit absolutem Gehör heranwuchs. Also wurde
rasch eine Klavierlehrerin gesucht, die dem Spross
Noten und die musikalischen Grundbegriffe beibrachte.
Es handelte sich um eine reizende ältere Dame, der es
zwar mit pädagogischem Geschick gelang, ihn zum täg-
lichen Üben zu motivieren, deren fachliche Kompetenz
aber eher bescheiden war. Auch der Wechsel zu einer
jungen Organistin drei Jahre später konnte nicht
verhindern, dass es in der ersten Phase seiner
pianistischen Ausbildung große Defizite gab.

Heute ist mir klar, dass damit die Voraussetzungen
für eine Karriere als Konzertpianist von Anfang fehlten.
Gerade die ersten Klavierstundenjahre sind dafür
ausschlaggebend. Dennoch bin ich aus heutiger Sicht
dankbar, wie alles gekommen ist. Einer Talentschmiede
mit Drill und Eliteausbildung, durch die es viele asiatische
oder russische Pianisten an die Weltspitze geschafft haben
bin ich zum Glück entkommen.
Auch wenn ich erst mit 16 Jahren, nach unserem Umzug
von der schwäbischen Provinz nach München den ersten
wirklich professionellen Klavierunterricht bekam -
es war gut so

Buch